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Redaktioneller Hinweis
Zum 1. April 2026 hat Jörg Sturm offiziell die Rolle des Sprechers der Geschäftsführung von Helmut Ahrens übernommen. Der Übergang wurde über mehrere Monate vorbereitet und steht für Kontinuität in der Führung von STAUFF Deutschland.
Dieser Beitrag basiert auf einem ausführlichen Interview und unterscheidet sich bewusst von unseren üblichen Blogformaten. Statt eines redaktionellen Fließtexts haben wir uns für ein gekürztes, kuratiertes Gespräch entschieden.
Herr Ahrens, Sie arbeiten mit einer kurzen Unterbrechung seit fast 25 Jahren für STAUFF. Was begeistert Sie an STAUFF als Arbeitgeber?
Helmut Ahrens:
Ein wichtiger Punkt war für mich immer die unternehmerische Stabilität, weil STAUFF im Kern ein familiengeführtes Unternehmen ist. Diese Stabilität bringt den Mitarbeitenden viel Gestaltungsspielraum und gleichzeitig starken Rückhalt. Hier gibt es ein großes Vertrauen in die Menschen und ihre Ideen, und zwar nicht nur auf Geschäftsführerebene, sondern auf allen Ebenen der Organisationsstruktur. Das prägt uns und ist aus meiner Sicht einer der Gründe für unseren Erfolg. Das eine bedingt das andere: Freiräume ermöglichen neue Wege, sich breiter aufzustellen, was wiederum das Fundament stabilisiert. Dieser Mechanismus hat über die letzten Jahrzehnte hervorragend funktioniert.
Herr Sturm, Sie sind seit dem 1. Januar bei STAUFF. Wie erleben Sie die Unternehmenskultur bei STAUFF?
Jörg Sturm:
Ich kann Herrn Ahrens nur bestätigen. Man hat hier viele Freiheiten, wenn ich das mit meinen Erfahrungen in großen Konzernen vergleiche, und ich habe jetzt schon das Gefühl, genau dort zu sein, wo ich sein sollte.
Herr Ahrens, wenn Sie auf Ihre Zeit als Sprecher der Geschäftsführung zurückblicken: Was war für Sie der inhaltliche Kern Ihrer Arbeit?
Helmut Ahrens:
Der Kern war für mich immer, STAUFF nicht als Produktunternehmen zu verstehen. Natürlich verkaufen wir Komponenten, aber das erklärt nicht, warum Kunden mit uns arbeiten. Entscheidend ist die Anwendung. Also die Frage: Wie läuft ein System beim Kunden wirklich? Wo entstehen Probleme? Und wie können wir helfen, bevor etwas schiefläuft?
Deshalb haben wir früh Themen wie Ölqualität, Filtration oder Monitoring nicht als Zusatz gesehen, sondern als Teil unseres Verständnisses von Qualität. Das bedeutet mehr Aufwand, mehr Gespräche, mehr Verantwortung. Aber genau dort entsteht Vertrauen. Und Vertrauen ist langfristig wichtiger als jede kurzfristige Optimierung.
Sie sprechen viel über Fehlervermeidung. Warum ist dieses Thema aus Ihrer Sicht so zentral?
Helmut Ahrens:
Weil Fehler fast immer teuer sind – und meistens nicht überraschend. In vielen Fällen sieht man relativ früh, dass etwas in die falsche Richtung läuft. Wenn man dann erst reagiert, wenn Teile produziert oder Anlagen stillstehen, ist der Schaden bereits da.
Unser Ansatz war immer: Lasst uns früher hinschauen. Nicht im Sinne von Kontrolle, sondern von Unterstützung. Wir wollen Rahmenbedingungen schaffen, damit Kunden bessere Entscheidungen treffen können – etwa durch Parameter, durch Sensorik, durch saubere Auslegung. Die Verantwortung bleibt beim Kunden, aber wir helfen dabei, Risiken zu reduzieren.
Herr Sturm, Sie sagten bereits, dass Sie aus größeren Konzernstrukturen zu STAUFF gekommen sind. Was war Ihr erster Eindruck vom Unternehmen?
Jörg Sturm:
Was mich sofort überrascht hat, war die Geschwindigkeit. Dinge werden hier nicht endlos abgestimmt, sondern ausprobiert. Das bedeutet auch, dass man sich weniger hinter Prozessen verstecken kann. Entscheidungen haben schneller Konsequenzen – im Guten wie im Schlechten.
Ich habe bewusst gesagt, dass ich kein Konzernumfeld mehr möchte. Nicht, weil dort alles schlecht ist, sondern weil Gestaltung oft sehr lange dauert. Bei STAUFF habe ich das Gefühl, dass Verantwortung wirklich dort liegt, wo Kompetenz sitzt. Das ist anspruchsvoll, aber ehrlich.
Welche Rolle nehmen Sie sich in Ihrer neuen Funktion konkret vor?
Jörg Sturm:
Ich sehe meine Aufgabe nicht darin, alles neu auszurichten. Der Kern von STAUFF ist stark. Meine Rolle ist eher, Dinge zu ordnen, Prioritäten klarer zu machen und Themen nicht zu überfrachten.
Gerade bei Digitalisierung oder Daten muss man aufpassen. Nicht alles, was technisch möglich ist, bringt automatisch Nutzen. Daten sind ein Werkzeug, kein Selbstzweck. Wir müssen sehr bewusst entscheiden, wo zusätzliche Informationen wirklich helfen – und wo sie nur Komplexität erzeugen.
Neue Spitze von STAUFF Deutschland
Mit Jörg Sturm und Carsten Krenz steht STAUFF Deutschland unter einer erfahrenen Führungsspitze. Jörg Sturm ist Diplom‑Ingenieur für Elektrotechnik und Elektronik mit betriebswirtschaftlichem Hintergrund und bringt umfangreiche Management‑ und Vertriebserfahrung aus der Fluidtechnik mit. Er ist seit Januar 2026 für STAUFF Deutschland tätig und seit April Sprecher der Geschäftsführung. Damit übernimmt er offiziell den Posten von Helmut Ahrens. Carsten Krenz ist Diplom‑Ingenieur (FH) der Produktionstechnik und verfügt über jahrzehntelange Berufs‑ und Führungserfahrung in Produktion und Logistik. Er ist seit 2012 bei STAUFF Deutschland und seit 2015 Mitglied der Geschäftsleitung.
Wo sehen Sie aktuell den größten Hebel für die Weiterentwicklung von STAUFF?
Jörg Sturm:
Im besseren Umgang mit vorhandenem Wissen. Wir haben unglaublich viel Erfahrung im Unternehmen – technisch, anwendungsnah, aus Projekten. Die Herausforderung ist weniger, neue Technologien einzuführen, sondern dieses Wissen systematischer nutzbar zu machen.
Monitoring, Sensorik, Parameter – das sind für mich keine Schlagworte. Entscheidend ist, wie sie eingesetzt werden. Ziel muss sein, Prozesse transparenter zu machen und früher zu erkennen, wo Optimierung sinnvoll ist.
Herr Ahrens, hätten Sie vor zehn oder fünfzehn Jahren ähnlich über diese Themen gesprochen?
Helmut Ahrens:
Nein, definitiv nicht. Damals ging es stärker darum, Stabilität aufzubauen, Strukturen zu schaffen und das Geschäft insgesamt abzusichern. Heute sind wir an einem Punkt, an dem wir genauer hinschauen können – und auch müssen.
Das ist ein Luxus, aber auch eine Verantwortung. Und ich finde es richtig, dass Jörg diese Phase übernimmt. Er bringt einen anderen Blick mit, ohne den Kern infrage zu stellen. Genau so sollte ein Übergang funktionieren.
Wie erleben Sie beide den Übergang in der Zusammenarbeit?
Jörg Sturm:
Sehr offen. Wir sprechen auch über Dinge, bei denen wir unterschiedlich denken. Das ist wichtig.
Helmut Ahrens:
Wenn man sich in den Grundfragen einig ist, kann man Unterschiede aushalten. Gefährlich wird es erst, wenn alle immer einer Meinung sind.
Was bleibt aus Ihrer Sicht unverändert – unabhängig vom Führungswechsel?
Helmut Ahrens:
Dass STAUFF dann gut ist, wenn wir zuhören und Anwendungen wirklich verstehen.
Jörg Sturm:
Und dass wir Dinge nicht komplizierter machen, als sie sein müssen.

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